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Initiative weißer Hautkrebs

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Sonnenschutz und Hautpflege in den Urlaubsmonaten
6. August 2008 - Dr. Uwe Schwichtenberg

Seeleute, braun gebrannt, mit wettergegerbter Haut – ein Inbegriff von Vitalität und Gesundheit? „Grundfalsch“, sagt Hautärztin Heinke Hardung aus Kiel. „Die Haut eines solchen Seemanns weist eine Vielzahl chronischer Lichtschäden auf und ist vorzeitig gealtert. Hinzu kommt ein deutlich erhöhtes Hautkrebsrisiko und das Immunsystem ist im Vergleich zu weniger UV-geschädigten Mitmenschen deutlich herunter reguliert.“ Herpesbläschen an den Lippen können ein sichtbares Anzeichen sein, wie Hardung weiter erläutert. Die UV-Strahlungsintensität am und im Wasser ist fast doppelt so hoch wie im übrigen Gelände. Das betrifft auch Hobby-Skipper, Freizeitkapitäne, Taucher, Segler, Wasserratten und selbst Sonnenanbeter, die es vorziehen am Strand zu bleiben, wie Hardungs Kollege Holger Weiß aus Eckernförde betont. Darum raten Hautexperten zu einem konsequenten Lichtschutz.

An erster Stelle steht für Dermatologen dabei ein vernünftiger Umgang mit der Sonne. Wer Erholung sucht, sollte die pralle Sonne in der Zeit von 11 bis 15 Uhr meiden. Wer morgens früh oder nachmittags nach 16 Uhr an den Strand oder auf Törn geht, ist auf der deutlich sichereren Seite. Textiler Sonnenschutz – T-Shirt, Kopfbedeckung, Hose oder Strandkleid – sollte Vorrang haben. Das gilt für Kleinkinder auch im Wasser. An die Sonnencreme stellt der Wassersport erhöhte Anforderungen. Sie muß schwitz, wasser- und abriebfest sein, unterstreicht Dr. Thyra Bandholz, Kiel. Besorgt sind die Dermatologen vor allem über die falsche Sicherheit, in der sich nach eigener Beobachtung offenbar oft selbst sonnenschutzbewußte Wassersportler wiegen. Das „Nachschmieren“ stoße an seine Grenzen, wenn die Eigenschutzzeit der Haut abgelaufen sei. „Wenn man spürt das die Haut juckt und brennt, ist es schon zu spät,“ so Weiß. Das werde oft verkannt.

Grundsätzlich gilt für Sonnencremes, darin sind sich die drei Hautärzte von der Waterkant einig: je höher der Lichtschutzfaktor desto besser. Achten sollte der Verbraucher außerdem darauf, dass auf der Verpackung neben dem UV-B-Schutz der UV-A-Schutz ausgeweisen wird. „UV-B-Strahlen machen Sonnenbrand, UV-A läßt die Haut vorzeitig altern. Einen hohen UV-A-Schutz bieten erst Präparate mit einem Lichtschutzfaktor von 50 plus“, erläutert dazu Dr. Hardung. Generell wird nach Einschätzung der Hautärzte deutlich zu wenig „geschmiert“. Die EU empfiehlt für ein einmaliges Eincremen des gesamten Körpers bei einem Erwachsenen 35 Gramm – das heißt: nach sieben maligem Gebrauch ist eine 200 ml Liter Flasche Sonnenschutz leer – und warnt: Bei zu geringen Mengen verringert sich die Schutzleistung. Beim Eincremen werden nach Bandholz‘ Erfahrung oft ausgerechnet die empfindlichsten Stellen schlicht ausgespart oder doch nur ungenügend geschützt: die Ohren, die Lippen, die Nase und – vor allem bei Männern – die sich lichtende Schädeldecke zwischen den Haaransätzen. Und wenn sich dann doch ein Sonnenbrand unangenehm bemerkbar macht, empfiehlt Weiß als Soforthilfe: raus aus der Sonne und Kühlung wie bei einer Brandwunde: entweder mit feuchten Wickeln, mit einem Eispack oder einem steroidhaltigen Gel. Der Eispack sollte allerdings nicht auf die blanke Haut gelegt, sondern in ein Tuch eingeschlagen werden, um den Hautschaden nicht noch zu vergrößern.

Ein anderer vermeintlicher Lichtschaden bleibt nach Weiß‘ Beobachtung manchmal über Jahre hinaus zunächst unbeachtet, ehe er anfängt zu jucken und störend zu wirken. Bei Sonnenkontakt bräunt die befallene Haut weit weniger als die umgebenden Partien. Es entstehen helle Flecken, die sich bis zu einer landkartenartigen Marmorierung auswachsen können. Pityriasis versicolor heißt in der Fachsprache die anfangs oft kaum auffällige Hautveränderung. Ursache ist nicht etwa ein Fehler beim Eincremen, sondern ein harmloser Hefepilz, der physikalisch den Lichteinfall und zugleich die Produktion von Farbpigmenten in der Haut hemmt. Klarheit schafft die Abklärung bei einem Hautarzt und die nachfolgende Behandlung mit einem so genannten Antimykotikum, einer Salbe, die dem Pilz den Garaus macht.

Nie mehr Sonnenbrand!

Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) hat in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) den „UV-Check“ entwickelt – ein kostenloses Informationsangebot rund um den Sonnenschutz. Zu jeder Zeit und für fast jeden Ort in ganz Europa kann man hier per Internet oder per SMS für den jeweiligen Hauttyp die maximale Eigenschutzzeit der Haut bestimmen lassen. Weitere Infos und Anmeldung: www.uv-check.de

Haut braucht Pflege nach der Sonne

Es erscheint paradox, aber bei längerem Aufenthalt im Wasser wird die Haut nicht allein durch UV-Strahlen belastet, ihr wird vielmehr obendrein auch noch Feuchtigkeit entzogen. Damit sich die von Sonne, Wind und Wasser gestresste Haut wieder rasch erholen kann, empfehlen die drei Dermatologen allen, die ohnehin eine eher trockene Haut haben, nach der Sonne eine hauttypgerechte leicht rückfettende Pflegecreme.

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