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Wie Klimaveränderungen die Gesundheit von Kindern bedroht

7. November 2022 - Dr. Uwe Schwichtenberg

Klimaveränderungen setzen nicht nur Gesellschaft und Wirtschaft unter Druck, sondern dürften in den kommenden Jahren und Jahrzehnten auch zu einer Zunahme der Gesundheitsrisiken führen. Als besonders betroffen davon könnten neben älteren oder chronisch kranken Personen vor allem Kinder und Jugendliche sein, heißt es im aktuellen, ersten „Kindergesundheitsbericht“ der Stiftung Kindergesundheit, der jüngst in Berlin vorgestellt wurde.

„Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer Zeit bedrohlicher Krisen auf. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf ihre Gesundheit“, sagt der Münchner Kinder- und Jugendarzt Prof. Dr. Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. „Umweltfaktoren und klimatische Veränderungen wie steigende Druchschnittstemperaturen, Extremwetter und Hitzeperioden führen schon jetzt zu einem deutlichen Anstieg von Infektionskrankheiten und zu Krankenhausbehandlungen. Kinder und Jugendliche werden auch durch eine Zunahme allergischer Erkrankungen belastet. Erschwerend kommt hinzu: Die heutigen Kinder werden im Verlauf ihres späteren Lebens besonders lange mit den veränderten Umständen und deren oft schädlichen Folgen konfrontiert“.

Auf der Basis von Klimamodellen könnte bis zum Ende des 21. Jahrhunderts eine globale Erwärmung von bis 4,8 Grad Celsius eintreten. Das bedeutet: Ein Kind, das heute geboren wird, könnte als Erwachsener in einer Welt leben, die fast fünf Grad Celsius wärmer ist als die Welt während der Kindheit seiner Eltern. Das könnte weitreichende Folgen für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen haben, erläutert die Stiftung Kindergesundheit in ihrem aktuellen „Kindergesundheitsbericht“. Darin heisst es unter Anderem:

Der noch unreife kindliche Organismus kann sich noch schwer auf belastende Umwelteinflüsse wie z. B. Hitze einstellen. Seine Fähigkeit zur Regulierung der Körpertemperatur durch Schweißproduktion ist noch nicht vollständig entwickelt. Bei extremen Hitzewellen, wie z. B. zuletzt im Jahre 2003, drohen besonders Säuglingen und jüngeren Kindern Austrocknen, Hitzschlag und Sonnenstich.

Mit der zunehmenden Sonnenscheindauer wächst die Belastung durch UV-Strahlung. Diese wiederum gilt als Hauptursache von Hautkrebs. Laut dem kürzlich veröffentlichen „Kindergesundheitsbericht“ der Stiftung Kindergesundheit hat sich seit dem Jahr 2000 die Zahl der Hautkrebsfälle mehr als verdoppelt: Die Zahl der Neuerkrankungen lag zuletzt beim malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs) bei ca. 23.000 und beim „weißen“ Hautkrebs bei ca. 230.000 Fällen.

Der Anstieg der Durchschnittstemperaturen führt zur Zunahme von Allergien und begünstigt das Auftreten neuer Allergene. Der Grund laut Stiftung Kindergesundheit: „Die klimatischen Veränderungen führen auch zu zeitlich veränderten Jahreszeiten mit einem früheren Frühlingsbeginn und oft einer längeren Pollenflugzeit“. Auch das Wachstum von Schimmelpilzen wird durch die Kombination von erhöhtem CO2, dem früheren Einsetzen des Frühlings, wärmeren Wintern sowie regional höheren Niederschlägen gefördert.

Die Veränderungen im Klima sind auch mit einer Verschlechterung der Luftqualität verbunden. Auch davon sind Kinder besonders betroffen: Sie reagieren empfindlich auf Luftverschmutzungen, Ozon und Smog. Ihre Atemwege und Lungen sind noch im Stadium der Entwicklung, sie atmen zudem infolge einer höheren Atemfrequenz im Vergleich zu Erwachsenen größere Dosen an luftverschmutzenden Partikeln oder Gasen ein. Unter den Kindern sind es wiederum besonders diejenigen mit Asthma, die aufgrund entzündeter und hyperreaktiver Atemwege gefährdet sind.

Eine schnelle Lösung der Probleme ist nicht in Sicht. Deshalb müssen die Anstrengungen in Forschung, Versorgung und Politik verstärkt werden, fordert die Stiftung Kindergesundheit. 

Quelle: Auszüge einer Pressemeldung der Stiftung Kindergesundheit

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